Aktuelle News: » zum Blog

Informationen zu Stützrädern »

Die meisten Spielfahrräder werden standardmäßig mit Stützrädern ausgeliefert. Sie sollen den Einstieg in die mobile Welt erleichtern. Ein Spiel- bzw. Kinderfahrrad kommt für Ihr Kind in Frage, wenn es das Gleichgewicht auf einem Laufrad (bzw. elementar zu Fuß) halten und das Gefährt in die Richtung lenken kann, die es gerade anvisiert. Doch hierbei sind stets die Füße Ihres Kindes am Boden oder in dessen Nähe.

Dennoch erlernt Ihr Kind bereits auf einem Laufrad das Gleichgewicht zu halten. Durch erlernte Ausgleichbewegungen kann Ihr Kind sich auch in Kurven auf dem Laufrad behaupten. Die Theorie des Stützrades ist nun, das Ausbalancieren während der Fortbewegung auf einem Spielfahrrad zu übernehmen. Dies geschieht, indem das Zweirad prinzipiell in ein Dreirad umgewandelt wird. Ausgleichsbewegungen sind nun nicht mehr erforderlich, Ihr Kind fühlt sich sicher, da ein Umfallen praktisch unmöglich ist. Der Experte spricht hier von einem statischen Gleichgewicht. So einfach die Fortbewegung für Ihr Kind mit Stützrädern ist, beim Erlernen des Radfahrens muss dieser erkaufte Vorteil bezahlt werden. Doch warum ist dies so?

Statische und dynamische Gleichgewichtsschulung

Das intuitive (wenn auch nur rudimentär vorhandene) Durchführen von Ausgleichsbewegungen durch Gewichtsverlagerung ist bei der Verwendung von Stützrädern nicht notwendig. Ganz im Gegenteil bewirkt eine Gewichtsverlagerung auf einem Spielfahrrad mit Stützrädern ein Gefühl der Unsicherheit. Das statische Gleichgewicht scheint zu kippen. Ihr Kind wird also lernen, Gleichgewichtsverlagerungen, Ausgleichs- oder Gegenbewegungen zu vermeiden. Umso länger ein Kind mit Stützrädern fährt, umso mehr wird es sich diese Bewegungen abgewöhnen. Dies gilt ebenso für die bereits auf dem Laufrad erworbenen Fähigkeiten. Werden nun die Stützräder entfernt und ein dynamisches Gleichgewicht wird erforderlich, muss Ihr Kind nicht nur das Radfahren als solches erlernen, sondern auch die Anwendung von Ausgleichsbewegungen, um das Gleichgewicht zu halten. Und wie schwer verinnerlichte Gewohnheiten abgestellt werden können, wissen Sie ja wahrscheinlich selbst. Es wird also zwangsläufig zu Stürzen kommen und das Erlernen des Radfahrens wird sehr viel mehr Zeit als notwendig beanspruchen. Verzichten Sie hingegen von Anfang an auf Stützräder und schulen das dynamische Gleichgewicht konsequent, werden Sie erfahrungsgemäß mit Ihrem Kind schnelle Erfolge erzielen können.

Natürlich können Sie Ihr Kind nicht zwingen: wenn es unbedingt auf Stützräder besteht und unter keinen Umständen ohne Fahren will, sollten Sie diesem Wunsch nachgeben. Schließlich soll das Spielfahrrad in erster Linie Spaß machen und von Ihrem Kind als wertvolles Spielzeug aufgefasst werden – und nicht als Arbeitsgerät. Achten Sie jedoch darauf, dass Ihr Kind nicht allzu lange mit Stützrädern fährt. Beziehen Sie in Ihre Überlegungen auch stets die Entwicklung und die motorischen Fähigkeiten Ihres Kindes mit ein.

Ansonsten ist die Frage nach dem für und wider bei Stützrädern eine Glaubensfrage, die nicht zuletzt durch mehrere Generationen geprägt wurde.